Polyneuropathie

Eine Übersicht zur Polyneuropathie

Auf dieser Seite möchte ich für Sie als Patient die wichtigsten Informationen zur Polyneuropathie zusammenfassen. Ich möchte damit Patienten helfen, die Informationen zu dieser Krankheit möglichst verständlich auszudrücken und möglichst auf hochtrabende und schwer verständliche medizinische Sprache zu verzichten.
Dabei möchte ich Ihnen nicht nur erklären, was es mit der Polyneuropathie auf sich hat, sondern auch Methoden anbieten, mit denen Sie sich selbst helfen können.
Denn obwohl es immer noch keine Heilung und kein Medikament gegen Polyneuropathie gibt, gibt es einige Dinge, die hilfreich sein können. Deshalb versuche ich, nicht nur theoretische Informationen zu liefern, sondern möchte Ihnen auch zeigen, was Sie selbst für sich und Ihre Nerven tun können.

Was bedeutet Polyneuropathie?

Das Wort Polyneuropathie ist im Grunde zusammengesetzt aus den Wörtern Poly = viele, Neuro = Nerven und Pathie = Erkrankung. Polyneuropathie ist also übersetzt die Erkrankung vieler Nerven.

In unserem Körper befinden sich unzählige Nerven, die im Grunde nichts anderes sind als Datenleitungen zur Signalübertragung. Sie bringen Signale aus unserem Körper zum Gehirn. Diese werden dort wahrgenommen und verarbeitet. Daraus entstehen Gefühle für Berührungen, Bewegungen oder Schmerzen.

Außerdem bringen die Nerven Signale vom Gehirn und dem Rückenmark in die Muskeln und Organe. Dadurch kann das Gehirn Befehle weiterleiten.

Die Polyneuropathie stört diese Signalübertragung. Deshalb kann es zu Störungen der Körperwahrnehmung, also Gefühllosigkeit, Taubheit, Kribbeln, Schmerzen und anderen Missempfindungen kommen.
Außerdem kann es zum Verlust der Muskelkraft bis hin zu Lähmungen kommen, weil die Signale vom Gehirn die Muskeln nicht mehr erreichen. Dasselbe gilt auch für andere Organe.

Wie genau sich die Polyneuropathie zeigt, also ob man Schmerzen hat oder die Muskelkraft verliert und auch wie schwer die Krankheit wird und wie schnell sie verläuft ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Es gibt zum Beispiel zahlreiche Menschen, die einfach kein Gefühl mehr für die Füße haben, aber keine Schmerzen entwickeln. Häufig spüren sie es nicht einmal, wenn sie eine Verletzung der Füße erleiden. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, bei denen bereits kleinste Berührungen unglaubliche Schmerzen auslösen. Wie genau sich Polyneuropathie äußert ist also individuell sehr unterschiedlich.

(Mehr zu den Schmerzen bei Polyneuropathie finden Sie hier: Schmerzen bei Polyneuropathie und was Sie dagegen tun können)

 

Welche Formen der Polyneuropathie gibt es?

Selbstverständlich gibt es viele unterschiedliche Formen der Erkrankung von Nerven und dementsprechend gibt es im Grunde nicht "die" Polyneuropathie. Es gibt verschiedene Faktoren, nach denen die Polyneuropathie eingeteilt wird.

Die einfachste Unterscheidung ist die in Sensorische und Motorische Polyneuropathien. Bei sensorischer Polyneuropathie verändert sich, wie der Körper wahrgenommen wird, weil die Nerven die für das fühlen zuständig sind geschädigt werden. Dadurch kommt es entweder zur Gefühllosigkeit oder zu Schmerzen und Missempfindungen. Bei der motorischen Polyneuropathie nehmen die Nerven Schaden, die Signale an die Muskeln leiten. Dadurch verliert man die Muskelkraft, was soweit führen kann, dass bestimmte Muskeln gar nicht mehr aktiviert werden können. Sehr oft kommt es aber auch zu Schädigungen von motorischen und sensorischen Nerven gleichzeitig.

Außerdem werden die Polyneuropathien danach eingeteilt, welche Strukturen zuerst geschädigt werden. Es können die Nervenzelle (Neuron) selbst, oder die Nervenfortsätze (Axone) und Ihre Markscheide (Myelinschicht) betroffen sein.

 

Welche Ursachen hat Polyneuropathie?

Es gibt zahlreich, sehr unterschiedliche Ursachen der Polyneuropathie. Insgesamt werden bis zu 500 verschiedene Ursachen gezählt. Bei einigen Formen werden die Nerven direkt betroffen. Das ist insbesondere bei Infektionen und Überreaktionen des Immunsystems (Autoimmunerkrankungen) der Fall.

Infektionskrankheiten, die eine Polyneuropathie verursachen können sind zum Beispiel Borreliose, HIV, Hepatitis B und C.

Außerdem kann es vorkommen dass das eigene Immunsystem die Nerven angreift. Meist werden die Myelinschichten der Nerven angegriffen. Diese bilden eine Ummantelung der Nervenenden, die bei der Signalweiterleitung und der Versorgung der Nerven hilft. Wenn Sie zerstört ist, werden die Nerven massiv beeinträchtigt. Das ist bei der chronisch inflammatorischen, demyelinisierende Polyneuropathie und beim Guillain-Barré-Syndrom der Fall. Die chronisch demyelinisierende Polyneuropathie verläuft, anders als die meisten anderen Polyneuropathien in Schüben. Das heißt, der Zustand ist für lange Zeit relativ stabil und verschlechtert sich plötzlich.
Das Guillain-Barré-Syndrom hingegen tritt plötzlich auf und verläuft sehr schnell. Es kann innerhalb weniger Tage zu schwersten Symptomen führen, die sich allerdings häufig wieder vollständig zurückbilden.

Störungen der Durchblutung und des Stoffwechsels können ebenfalls eine Polyneuropathie auslösen. Dies ist insbesondere bei Diabetikern oft der Fall. Außerdem kann es durch Sauerstoffmangel zu einer Polynueropathie kommen, dies kann zum Beispiel bei Schlafapnoe vorkommen.

Der Mangel an bestimmten Vitaminen (Vitamin D und B-Vitamine) kann ebenfalls eine Polyneuropathie auslösen. Dies kann nicht nur dann vorkommen, wenn man zu wenige Vitamine mit der Nahrung aufnimmt. Auch sogenannte Malabsorptionsstörungen, bei denen manche Nährstoffe nicht richtig aufgenommen werden können, können einen Vitaminmangel und in der Folge Polyneuropathie verursachen. Dasselbe gilt für großen Alkoholkonsum, dieser kann insbesondere zu einem Mangel an Vitamin B1 führen, der wiederum zu Nervenschäden und Polyneuropathie führen kann.

 

Polyneuropathie durch Vergiftungen

Außerdem können die Nerven durch Vergiftungen geschädigt werden, was ebenfalls zu einer Polyneuropathie führen kann.

Häufig enstehen Polyneuropathien durch Vergiftungen mit folgenden Stoffen:

  • Alkohol
  • Blei und andere Schwermetalle
  • Lösungsmittel
  • Pestizide
  • Medikamente: Chemotherapie, Statine (Cholesterinsenker, wenn sie lange Zeit und hochdosiert eingenommen werden)
    Manche Medikamente können vermutlich durch Wechselwirkungen Polyneuropathien auslösen (Löscher et al 2017)

Diese Liste ist nicht vollständig, es gibt zahlreiche Stoffe und Medikamente die im Verdacht stehen, Polyneuropathien zu verursachen, bei denen dies aber noch nicht abschließend geklärt ist.

 

Polyneuropathie als Folge anderer Erkrankungen

In sehr vielen Fällen entsteht die Polyneuropathie allerdings als Folge anderer Erkrankungen. Diese sind zum Beispiel:

  • Diabetes
  • chronisches Nierenversagen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Störungen der Aufnahme von Nährstoffen (Malsabsorptionsstörungen)
  • Schlafapnoe

 

Häufig spielen verschiedene Ursachen zusammen

Sie sehen also, dass es unzählige Formen und Ursachen für Polyneuropathie gibt. Es werden in der Literatur sage und schreibe 500 verschiedene Ursachen der Polyneuropathie beschrieben.

Immerhin in etwa 35% der Fälle gelingt es allerdings nicht, überhaupt eine Ursache zu finden.

Außerdem gibt es Menschen, die Diabetes haben oder Alkoholiker sind und deren Nerven trotzdem gesund bleiben, während andere eine Polyneuropathie entwickeln, obwohl sie keines dieser Probleme haben.

Ich gehe deshalb inzwischen davon aus, dass es sich häufig um eine multifaktorielle Erkrankung handelt. Das heißt, die Entstehung der Polyneuropathie ist ein Zusammenspiel aus verschiedenen Dingen und kann bei vielen Menschen nicht auf eine einzige Ursache zurückgeführt werden.

Beispielsweise ist die Gefahr, an Polyneuropathie zu erkranken bei Diabetikern dann wesentlich geringer, wenn Sie gut mit Vitamin D versorgt sind (Qu et al. 2017). Auch andere Nährstoffe wie B-Vitamine können eine Rolle spielen. Wenn also Diabetes und Vitaminmangel zusammenkommen, entsteht eher eine Polyneuropathie. Wenn zusätzlich noch viel Alkohol konsumiert wird kommt ein weiterer Faktor hinzu. Welcher dieser Faktoren dann die genaue Ursache ist lässt sich im Grunde nicht sagen.
Auch ob die Durchblutung gut funktioniert bestimmt mit, ob Nerven geschädigt werden. Deshalb kann körperliche Fitness einen gewissen Schutz bieten. Denn wer körperlich fit ist, dessen Blutgefäße funktionieren auch besser. Wenn man aber einfach Pech und eine genetische Veranlagung zur Polyneuropathie hat, dann kann man auch bei perfekter Nährstoffversorgung und Durchblutung trotzdem an Polyneuropathie erkranken.

Sie sehen, dass viele Faktoren eine Rolle bei der Polyneuropathie spielen und die Krankheit sehr komplex ist. Deshalb gibt es auch nicht "das" spezielle Medikament für Polyneuropathie.

 

Mangel an Vitamin D erhöht bei Diabetikern das Risiko für Polyneuropathie

Kann man Polyneuropathie wirklich nicht behandeln?

Obwohl das sehr oft behauptet wird ist es nicht richtig, dass man Polyneuropathie nicht behandeln kann.

Betrachten wir das Beispiel eines Menschen mit Diabetes, Vitaminmangel und Alkoholkonsum. Nehmen wir an dieser Mensch erhält Medikamente gegen Diabetes, bewegt sich mehr und isst weniger Zucker. Dadurch wird der Diabetes besser. Außerdem erhält die Person Vitaminpräparate, um den Mangel zu beheben und gibt das Trinken auf. Die Polyneuropathie würde sich definitv besser entwickeln als wenn keine Maßnahmen getroffen würden. Die Polyneuropathie wurde also durch die Maßnahmen zumindest in ihrem Verlauf verlangsamt werden, auch wenn es nicht zu einer vollständigen Heilung kommt.

Eine Behandlung der Polyneuropathie ist also durchaus möglich. Die Krankheit ist allerdings so komplex, dass es nicht eine einzige Maßnahme gibt, die für sich allein ausreicht. Wenn man die richtigen Maßnahmen trifft wie richtiges körperliches Training, richtige Ernährung und medizinische Behandlung kann man meist zumindest das Fortschreiten der Krankheit bremsen oder die Einschränkungen zu einem gewissen Grad ausgleichen. Die Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden sich aber von Fall zu Fall und von Mensch zu Mensch.

Wie wird Polyneuropathie festgestellt? Die Diagnose

Um die Polyneuropathie festzustellen führen Ärzte zunächst meist eine Untersuchung der Reflexe durch. Dazu wird mit einem Reflexhammer auf die Sehne vorne am Knie (Patellasehne) und die Achillessehne geklopft. Als Reaktion darauf zuckt der Muskel. Funktioniert das nicht ist das ein Hinweis darauf, dass eine Störung der Nerven und eine Polyneuropathie vorliegen könnten.

Außerdem werden sensorische Untersuchungen durchgeführt. Zum Beispiel wird untersucht, ob der Patient die Vibration einer Stimmgabel kann. Auch das Wärme- und Kälteempfinden wird durch Berührung mit warmen oder kalten Gegenständen untersucht.

Sehr wichtig ist auch, wo der Patient Missempfindungen oder Gefühlsverlust empfindet. Typischerweise treten die Symptome zuerst an den Zehen- oder Fingerspitzen auf. Das ist deshalb der Fall, weil der Weg von den Zehen- oder Fingerspitzen zum Gehirn der längste Weg ist. Die Nerven die Sie versorgen bieten deshalb die größte Angriffsfläche. Wenn die Symptome an anderen Stellen oder zum Beispiel nur ein einem Fuß oder nur einer Hand enstehen kann der Arzt Rückschlüsse über die Art der Polyneuropathie ziehen.

Auch die Art der Symptome lässt bereits vermuten, welche Nerven betroffen sind. Wenn myelinisierte Fasern betroffen sind kommt es eher zu Einschränkungen des Gefühls für Berührungen, Vibrationen und die Körperposition sowie zu verringerten Reflexen. Wenn die unmyelinisierten Fasern betroffen sind kommt es eher zu Störungen des Schmerz- und Temperaturemfindens. In den meisten Fällen sind allerdings beide Arten von Nerven, die myelinisierten und die unmyelinisierten betroffen.

Um die Polyneuropathie sicher zu diagnostizieren ist aber meist die Untersuchung der Leitfähigkeit der Nerven notwendig. Es wird also ein elektrischer Impuls durch die Nerven geleitet. Wenn eine Polyneuropathie vorliegt werden die Impulse langsamer weitergeleitet. Außerdem verändert sich bei Polyneuropathie der elektrische Impuls (die Amplitude).

Mit der Untersuchung der Nervenleitgeschwindigkeit lässt sich außerdem genau bestimmen, welche Fasertypen an welchen Stellen wie stark geschädigt sind. Es lassen sich also sehr genaue Aussagen über die Nervenschädigungen treffen.

Es gibt allerdings auch Polyneuropathien, bei denen die Leitfähigkeit der Nerven normal bleibt. Das ist insbesondere bei der Small-fiber-Polyneuropathie der Fall. Diese kann zum Beispiel durch Hautbiopsien festgestellt werden.

Wie oft kommt Polyneuropathie vor?

Sehr viele Patienten fühlen sich mit der Polyneuropathie allein. Die wenigsten Freunde und Bekannten wissen, was Polyneuropathie ist und von medizinischer Seite hört man meist nur, dass man einem nicht helfen kann.
Da ist es vielleicht hilfreich zu erfahren, dass das Problem häufiger ist als man denkt. Bei den über 60 Jährigen sind sind 7% betroffen (Hanewinckel et al. 2016). In Deutschland leiden also fast eine Million Menschen an dieser Krankheit und man muss von einer erheblichen Dunkelziffer ausgehen.

Damit ist die Polyneuropathie eine häufige Erkrankung, die allerdings trotzdem kaum öffentliches Interesse bekommt. Wie häufig einzelne Formen der Polyneuropathie vorkommen werde ich in den folgenden Absätzen beschreiben. Die Daten dazu stammen aus einer Studie einer Arbeitsgruppe um Rens Hanewinckel von der Universität von Rotterdam. Diese kombinierten die Daten aus zahlreichen anderen Studien, um eine Übersicht über die Daten zu geben. Den wissenschaftlilchen Originalartikel aus dem European Journal of Epidemiology finden Sie hier: Hanewinckel et al. 2016.

 

Wie häufig ist Polyneuropathie bei Diabetes?

Diabetes kann zu Nervenschäden führen und deshalb Polyneuropathie verursachen. Die Zahl an Menschen mit Polyneuropathie ist bei Diabetikern fast 9 mal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. Laut wissenschaftlichen Daten entwickeln bis zu 50% der Diabetiker Polyneuropathie. Damit ist Diabetes weltweit die häufigste Ursache für Polyneuropathie.

Allerdings hängt das offensichtlich stark davon ab, wie schwer der Diabetes ist und wie er behandelt wird. Wer nur leicht erhöhte Zuckerwerte hat, hat offensichtlich bessere Chance, gesunde Nerven zu behalten. Außerdem haben Diabetiker, die außerdem an Vitaminmangel, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Adipositas (schweres Übergewicht) leiden ein größeres Risiko zusätzlich an Polyneuropathie zu erkranken.

Falls es zur Polyneuropathie kommt, ist diese bei Diabetikern tendenziell eher eine sogenannte sensorische Polyneuropathie. Das heißt, die Muskelkraft bleibt erhalten, während man Taubheit, Schmerzen und Missempfindungen hat.

 

Was bei allen Polyneuropathien eine Rolle spielt

Unabhängig von der Ursache der Polyneuropathie gibt es Dinge, die immer beachtet werden sollten:

Es sollten immer genügend Nährstoffe vorhanden sein. Insbesondere ein Mangel an Vitamin D und B-Vitaminen kann eine Rolle für die Polyneuropathie spielen. Falls ein Mangel vorliegt, sollte dieser ausgeglichen werden. In aller Regel nimmt man mit einer normalen Ernährung fast alle wichtigen Vitamine auf. Nur beim Vitamin D besteht sehr häufig ein Mangel. Laut Robert Koch Institut haben 56 der Deutschen weniger Vitamin D im Blut als optimal wäre (RKI).

Das bedeutet allerdings nicht, dass man seinen Körper mit großen Mengen an Vitaminen fluten sollte. Bei allen Nährstoffen gilt: Mehr als das Optimum bringt keinen zusätzlichen Nutzen. Es ist oft versucht worden, die Polyneuropathie zu heilen, indem riesige Mengen an Vitaminen aufgenommen wurden. Diese Versuche sind alle fehlgeschlagen. Der Körper hat einen bestimmten Bedarf an Vitaminen, wie an anderen Nährstoffen auch. Ist dieser Bedarf gedeckt bringt es nichts, mehr zu sich nehmen. Im Fall des Vitamin D ist es sogar gefährlich, zu viel zu sich zu nehmen. In der Regel ist es sinnvoll, sich an die auf den Packungen von Vitamin-Präparaten angegebenen Mengen zu halten. Eine höhere Dosierung sollte zuerst mit Ärzten oder Therapeuten besprochen werden.

Durchblutung und Verarbeitung der Nervensignale trainieren!

Bei allen Formen der Polyneuropathie sollten Durchblutungsstörungen vermieden werden. Für eine bessere Durchblutung sorgen Sie mit viel Bewegung, insbesondere Ausdauersport oder speziellem Training für die Durchblutung. Außerdem sollte Ihre Ernährung ausreichend Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren enthalten. Cholesterin sollte möglichst im gesunden Bereich gehalten werden.

Für alle Polyneuropathien spielt außerdem eine Rolle, wie gut die "Signalverarbeitung" im Gehirn ist. Ein gut trainiertes Nervensystem ist in der Lage, die Signale, die aus den geschädigten Nerven kommen besser zu verarbeiten und die Schäden zu einem gewissen Grad auszugleichen. Dadurch werden die Schmerzen bei vielen Patienten weniger und die Bewegungskontrolle wird besser. Dies führt insbesondere dazu, dass man sicherer Gehen und stabiler gehen kann und seltener stürzt.

Eine ausführliche Anleitung zu Übungen speziell für das Nervensystem finden Sie hier: Übungen bei Polyneuropathie.

Warum tut Polyneuropathie weh?

Dass die Polyneuropathie Schmerzen verursacht ist etwas paradox. Denn eigentlich ist der hauptsächliche Effekt der Nervenschäden, dass weniger Signale im Gehirn ankommen. Das bewirkt bei sehr viele Patienten einfach, dass man weniger Empfindungen der Füße und Hände hat. Bei anderen Patienten entstehen allerdings Schmerzen, die oft extrem stark sein können. Aber wieso tut es weh, weniger Nervensignale zu erhalten?

Das liegt daran, wie das Gehirn auf die Polyneuropathie reagiert. Die Signale die die Nerven an das Gehirn weiterleiten, werden dort empfangen und verarbeitet. Wenn die Signale auf Grund der Polyneuropathie weniger und unklarer werden, kann es passieren, dass das Gehirn den "Empfänger" empfindlicher einstellt. Es versucht quasi, genauer hinzuhören und zu spüren, was in den Füßen oder Händen vor sich geht. Das kann dazu führen, dass kleinste Reize als Schmerz wahrgenommen werden. Man könnte sagen, das Gehirn überbewertet die Signale, die noch ankommen und hält kleinste Signale für einen gewaltigen Schmerz. Eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema finden Sie hier: Domingues 2018

Wenn man das Nervensystem trainiert, insbesondere indem man das Gleichgewicht und die Körperwahrnehmung trainiert, dann scheint das diese Überreaktion zu regulieren und dadurch die Schmerzen zu reduzieren. Eine vollständige Schmerzfreiheit ist zwar selten, allerdings sind Gleichgewichtsübungen eine der wenigen Methoden, die Sie selbst problemlos zu Hause anwenden können.
Eine Anleitung dazu finden Sie hier: Übungen bei Polyneuropathie
Mehr zu den Schmerzen bei Polyneuropathie finden Sie hier: Schmerzen bei Polyneuropathie und was Sie dagegen tun können

Muskelverhärtungen tragen zu den Schmerzen bei

Hinzu kommt, dass Schmerzzustände oft mehr als eine Ursache haben.

Bei meinen eigenen Patienten beobachte ich sehr häufig, dass sich zusätzlich zur Polyneuropathie Muskelverhärtungen bilden, die ebenfalls Schmerzen verursachen. Medizinisch nennt man das Myofasziale Schmerzsyndrom. Ich gehe davon aus, dass die schlechtere Wahrnehmung des Körpers und die schlechtere Ansteuerung der Muskulatur zu den Verhärtungen beitragen.

Es hat sich bereits bei zahlreichen körperlichen Problemen gezeigt, dass eine gute Wahrnehmung des Körpers vor Schmerzen schützt, denn wer seinen Körper gut wahrnehmen und steuern kann, vermeidet Über- und Fehlbelastungen. Wer seinen Körper aufgrund der Polyneuropathie hingegen nicht mehr so gut wahrnehmen kann, neigt zu ungünstigen Bewegungsmustern und Schonhaltungen. Dadurch kommt es sehr häufig auch zu Überlastungen und Verhärtungen der Muskulatur.

Ob Schmerzen aus Muskeln oder Nerven kommen, lässt sich nicht unterscheiden

Es lässt sich übrigens nicht unterscheiden, ob Schmerzen durch Nervenschäden oder Muskelprobleme verursacht werden. Der Patient spürt lediglich "Schmerz", es ist nicht möglich zu unterscheiden, ob diese von den geschädigten Nerven oder von der verkrampften Muskulatur verursacht werden.  Die Schmerzen, die durch verkrampfte Muskeln entstehen darf man also nicht unterschätzen, obwohl sie bezüglich der Polyneuropathie meist ignoriert werden. Übrigens können solche Muskelprobleme auch Schmerzen an ganz anderer Stelle auslösen. Zum Beispiel werden Schmerzen der Zehen oft durch die Muskeln ausgelöst, die die Zehen bewegen. Diese befinden sich allerdings im Unterschenkel, so zum Beispiel der lange Zehenstrecker (Extensor hallucis longus), der am Schienbein sitzt und die große Zehe nach oben zieht. Wenn dieser Muskel verhärtet ist, empfindet man einen Schmerz in der großen Zehe, obwohl die Verhärtung am Schienbein liegt.

Um solche Schmerzen zu behandeln gibt es grundsätzlich mehrere Möglichkeiten:
1. Massage der betroffenen Muskeln, um die Verkrampfung zu lösen.
2. Dehnübungen zur Entspannung der Muskulatur
3. Training des Körpergefühls und der Muskelkraft, um Verkrampfungen und Verhärtungen zu verhindern.

Spezielle Dehnungen helfen, die Muskeln zu entspannen. Dabei sollten die verschiedenen Muskelanteile gezielt gedehnt werden, zum Beispiel die Muskeln, die die Zehen bewegen.

Auf der folgenden Seite finden Sie mehr Infos dazu, wie Muskelverhärtungen die Schmerzen bei Polyneuropathie verschlimmern und was Sie dagegen tun können:

Diabetische Polyneuropathie

Die Diabetische Polyneuropathie ist die häufigste Form der Polyneuropathie und betrifft etwa ein Fünftel der Diabetiker. Die Zuckerkrankheit verursacht gleich mehrere Probleme, die die Nerven schädigen und dadurch eine Polyneuropathie verursachen können:

Durchblutungsstörungen

Verschlechterter Stoffwechsel der Nervenzellen (insbesondere der Mitochondrien)

Ansammlung von giftigen Abfallprodukten (sogenannte glycated proteins)

Das gibt Ihnen als Betroffener schonmal mehrere Ansatzpunkte für die Therapie: Wenn Sie die Durchblutung und den Stoffwechsel auf Trab bringen, dann bremsen Sie auch den Verlauf der Polyneuropathie. Das beste Mittel dazu ist Sport. Wer gut trainiert ist, bei dem funktioniert der Stoffwechsel besser und deshalb sinken die Zuckerwerte. Die Durchblutung ist bei körperlich fitten Menschen besser. Das führt außerdem dazu, dass die giftigen Abfallprodukte, die beim Diabetes entstehen schneller abtransportiert werden und die Nerven nicht schädigen können. Deshalb ist es bei Diabetikern noch mehr als sonst essenziell, sich viel und vor allem auf die richtige Art und Weise zu bewegen.

Das Training sollte zwei Hauptteile umfassen:
1. Gleichgewichtstraining, um die Funktion des Nervensystems zu verbessern.
2. Training des Zuckerstoffwechsels, um den Blutzucker zu senken und die Durchblutung zu verbessern.

Auf den folgenden beiden Seiten finden Sie ausführliche Anleitungen dazu:

Ernährung bei Diabetischer Polyneuropathie

Selbstverständlich spielt auch die Ernährung eine wichtige Rolle für die Diabetische Polyneuropathie. Dass der Zuckerspiegel relativ niedrig sein sollte liegt natürlich auf der Hand. Abgesehen davon sollte darauf geachtet werden, dass die Ernährung gut für die Durchblutung ist und Entzündungen hemmt.

Zwei wichtige Faktoren dafür sind das Vitamin D und die Omega-3-Fettsäuren. Beide sind gut für die Blutgefäße und beide sind ebenfalls entzündungshemmend. Darüber hinaus ist es sinnvoll, wenig rotes Fleisch zu essen und nicht zu rauchen.

Starkes Übergewicht und erhöhtes Cholesterin sollten ebenfalls möglichst reduziert werden, da sie die Blutgefäße, die die Nerven versorgen ebenfalls beeinträchtigen.

Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie

Die Polyneuropathie durch Chemotherapie ist ein Problem, das immer mehr in den Fokus rückt. Mit modernen Chemotherapien sind manche Nebenwirkungen besser kontrollierbar als mit den Mitteln, die noch vor 20 Jahren eingesetzt wurden. Allerdings kommen die Polyneuropathien immer häufiger vor.

Da viele verschiedene Mittel, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden auch die Nerven schädigen können, gibt es auch viele verschiedene Chemotherapie-induzierte Polyneuropathien. Eine Übersicht dazu finden Sie in der Tabelle (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

ChemotherapieMechanismusBesonderheiten
Platinderivate:
Carboplatin
Cisplatin
Oxaliplatin
Schäden der Zellkerne und der MitochondrienMeist sensorische Polyneuropathie
Häufig nach Absetzen weitere Verschlimmerung (sog. Coasting)

Bei Cisplatin sind häufig Nerven am Kopf, z.B. Hörnerv betroffen

Vinca-Alkaloide:
Vincristin
Vinblastin
Vinorelbin
Vindesin
Schädigung der MikrotubuliMeist sensorische Polyneuropathie
Häufig Geschmacksstörungen
Manchmal enstehen Mononeuropathien (nur ein Nerv ist betroffen)
Weitere Verschlimmerung nach Absetzen kann vorkommen
Taxole:
Paclitaxel
Nab-paclitaxel
Cabalitaxel
Schädigung der MikrotubuliMeist sensorische Polyneuropathie
Bei Cabalitaxel kommen Schäden des Sehnervs vor
Proteasom-Inhibitoren:
Bortezomib
Carfilzomib
Ixazomib
Nicht vollständig geklärtHäufig small fiber polyneuropathie
Angiogenese-Inhibitoren:
Thalidomid
Lenalidomid
Pomalidomid
Störung der DurchblutungHäufig Störung perioralen (den Mund umgebenden) Nerven

Trainingstherapie scheint bei Chemotherapie zu schützen

Wenn man während der Krebsbehandlung weiterhin Sport treibt, hat das zahlreiche positive Auswirkungen und kann sogar die Überlebenschance verbessern. Speziell für die Polyneuropathie haben sich Gleichgewichtsübungen bewährt. Training während der Chemotherapie reduzierte in einer Studie mit Lymphompatienten die Symptome der Polyneuropathie (Kleckner et al. 2017). Dies scheint allerdings nur dann zu funktionieren, wenn tatsächlich Gleichgewichtsübungen durchgeführt werden. Reines Kraft- und Ausdauertraining hat nur kleine positive Effekte auf die Polyneuropathie.

In einer Studie der Universität Freiburg wurde beobachtet, dass Patienten, die insbesondere das Gleichgewicht trainierten sich nach der Chemotherapie schneller erholten. Im Untersuchungszeitraum berichteten 87% der Patienten, die trainierten von einer Verbesserung, während in der inaktiven Kontrollgruppe niemand (!) eine Besserung spürte (Streckmann 2014).

Eine ausführliche Anleitung zu Übungen bei Polyneuropathie finden Sie hier:

Übungen und Symptome der Polyneuropathie

Polyneuropathie mit Handschuhen verhindern

Neben dem Training ist es allerdings auch sinnvoll, die Nerven während der Gabe der Chemotherapie zu schützen. Dazu werden enge Handschuhe oder Kompressionssocken angezogen, die die Hände und Füße komprimieren. Dadurch fließt weniger Blut in diese Körperteile und damit kommt auch weniger Chemotherapie-Wirkstoff dort an, der die Nerven schädigen könnte.

Dieses Verfahren ist sehr einfach, risikoarm und billig. Handschuhe bekommt man schon für wenige Cent pro Stück. Wichtig ist, dass die Handschuhe eng genug sind. Sie sollten deshalb Handschuhe verwenden, die eine Nummer kleiner als Ihre eigentliche Größe sind. Außerdem sollten Sie zwei Handschuhe übereinander anziehen um die nötige Kompression zu erreichen.

Für die Füße können Sie Kompressionssocken verwenden. Diese gibt es inzwischen nicht nur für medizinische Zwecke, sondern auch für Sportler, wobei dann das Tragegefühl etwas angenehmer ist.

Verstehen Sie mich richtig: Normalerweise ist eine gute Durchblutung eine Vorraussetzung für eine gute Gesundheit, nur in dem Moment in dem die Wirkstoffe der Chemotherapie in Ihrem Blut sind ist es sinnvoll, den Blutfluss an bestimmten Stellen zu vermindern. Deshalb ist es auch nur während dieser kurzen Zeit sinnvoll, Handschuhe und Kompressionsstrümpfe zu tragen.

Erfolgreicher Trick

In einer Japanischen Studie wurde durch das Tragen der Handschuhe beeindruckende Effekte erzielt. Während der Gabe von Paclitaxel trugen die Patienten die Handschuhe wie beschrieben, aber nur an einer Hand. Die andere Hand wurde nicht behandelt.

Die Patienten entwickelten viel seltener Polyneuropathien an der Hand, die durch die Handschuhe geschützt war, während die andere Hand sehr häufig Symptome der Polyneuropathie zeigte.

Die Studie können Sie hier nachlesen: Tsuyuki et al. (2016)

In einer weiteren Studie wurde übrigens gezeigt, dass ein ähnlicher Effekt durch Kälte erreicht werden kann, wenn die Kompression nicht möglich ist (Kanbayashi 2020).

Schutz durch Omega-3-Fettsäuren

Außer Bewegung, spielt natürlich auch bei Chemotherapie die Ernährung eine wichtige Rolle.

Bisher haben sich auch hier Omega-3-Fettsäuren bewährt. Sowohl bei Paclitaxel als auch bei Bortezomib scheinen die Nerven durch Omega-3-Fettsäuren geschützt zu werden (Maschio et al. 2018; Anoushirvani et al. 2018)

Es scheint allerdings entscheidend zu sein, Omega-3-Fettsäuren aus Fisch zu sich zu nehmen. Pflanzliche Omega-3-Fettsäuren scheinen nicht zu funktionieren. Die gute Nachricht dabei ist, dass es Präparate mit Fischöl für wenig Geld in den meisten Drogerien gibt. Allerdings ist zu empfehlen, mit dem Arzt über solche Nahrungsergänzung zu sprechen statt einfach auf eigene Faust ein Präparat zu sich zu nehmen.

Alkoholische Polyneuropathie

Die alkoholische Neuropathie ist eine der weniger bekannten Folgen des Alkoholismus, kommt aber sehr häufig vor. Je nach schwere und Dauer der Alkoholkrankheit sind zwischen einem Fünftel und der Hälfte der Alkoholiker betroffen. Frauen scheinen etwas anfälliger für die Nervenschäden durch Alkohol zu sein als Männer.

Der Alkohol schadet gleich auf mehreren Ebenen:

Alkohol ist giftig und kann Nervenzellen direkt schädigen.

Alkohol entzieht B-Vitamine, die für die Nervenfunktion wichtig sind und ohne die sich eine Polyneuropathie entwickeln kann.

Alkohol verschlechtert langfristig die Durchblutung (Puddey et al. 2001) und deshalb die Versorgung der Nerven.

Alkohol erhöht die Entzündlichkeit (Alkohol und Entzündungen).

Es könnte dabei eine Rolle spielen, welche alkoholischen Getränke man zu sich nimmt. In Bier sind zum Beispiel B-Vitamine enthalten, die den Effekt des Alkohols etwas ausgleichen könnten. Rotwein kann aufgrund der Polynphenole die er enthält etwas weniger schädigend für die Durchblutung sein als andere Getränke. Harter Alkohol in Form von Schnaps oder Vodka hingegen ist vermutlich gefährlicher.
Der Alkohol kann übrigens nicht nur das periphere Nervensystem schädigen, sondern auch Schäden direkt im Gehirn verursachen. Das kann bis zur alkoholischen Demenz führen.

Auch Menschen, die landläufig nicht für Alkoholiker gehalten werden, können durch Alkoholkonsum eine Polyneuropathie entwickeln. Wer beispielsweise täglich drei Halbe Bier trinkt gilt gemeinhin noch nicht als Säufer, dennoch kann das bereits zu Nervenschäden beitragen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. Wer Beispielsweise an Diabetes leidet und zusätzlich regelmäßig trinkt, erhöht dadurch sein Risiko.

Eine wesentliche Rolle für die Entwicklung von Nervenschäden spielt übrigens die Häufigkeit des Trinkens. Wer selten viel trinkt schadet den Nerven weniger als wer täglich trinkt (Chopra & Tiwari 2012).

Wichtig ist aber, dass hier die Dosis das Gift macht. Das berühmte eine Glas Rotwein bleibt weiterhin gesund, solange es tatsächlich bei einem Glas bleibt.

Polyneuropathie unbekannter Ursache

Sehr viele Patienten sagen mir: ich habe keinen Diabetes, bekam nie Chemotherapie und trinke keinen Alkohol, dennoch leide ich an Polyneuropathie.

Dies ist eine sehr unbefriedigende Situation, denn natürlich möchte man wissen, was die Ursache der Polyneuropathie ist. Leider kommt das aber sehr sehr häufig vor. Ein Grund dafür ist, dass die Polyneuropathie eine Krankheit ist, die oft nicht nur eine Ursache hat. Eine ungünstige Veranlagung, ein unbemerkter Vitaminmangel und eine Durchblutungsstörung können zum Beispiel Hand in Hand gehen und gemeinsam eine Polyneuropathie verursachen. Es ist in solchen Fällen einfach nicht möglich, genau festzustellen, welcher Faktor die Polyneuropathie ausgelöst hat.

Wenn die Ursache Ihrer Polyneuropathie nicht bekannt ist, dann sollten Sie deshalb allerdings darauf achten, möglichst alle Maßnahmen zu ergreifen, die die Nerven schützen können:

  1. Trainieren Sie ihr Gleichgewicht, um eine gute Körperwahrnehmung zu erhalten
  2. Sorgen Sie durch körperliches Training und gute Ernährung für eine gute Durchblutung
  3. Achten Sie auf genügend Vitamine, insbesondere Vitamin D und B-Vitamine
  4. Dehnen und massieren Sie Ihre Muskulatur, um Verhärtungen zu beseitigen