Polyneuropathie

Bewegung hilft bei Polyneuropathie

Polyneuropathie ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der insbesondere in der Peripherie des Körpers Nervenschäden auftreten. Dadurch kommt es zu Schmerzen, Missempfindungen und Taubheitsgefühlen. Insbesondere Nervenschäden in den Füßen führen zu eingeschränkter Gangsicherheit. In wissenschaftlichen Studien hat sich gezeigt, dass Training zu einer Reduktion der Schmerzen und Missempfindungen führt und die Rehabilitation beschleunigt - und diese Wirkung ist überraschend stark.

Verbessern Sie Ihre Gangsicherheit und schützen Sie sich vor Stürzen

Insbesondere durch Missempfindungen und Taubheit der Füße verschlechtert sich das Gleichgewicht, man wird wackeliger und stürzt öfter. Mit speziellem Gleichgewichtstraining können Sie allerdings lernen, trotz der Nervenschäden eine gute Körperkontrolle zurückzugewinnen. Dadurch werden Sie im Alltag sicherer und reduzieren die Gefahr von Stürzen. In einer Studie an der Universität Freiburg gelang es einigen Patienten sogar, ihr Gleichgewicht zu verbessern noch während sie nervenschädigende Chemotherapie erhielten und obwohl sie an einer Neuropathie litten.

Es muss genau das richtige Training sein

Allerdings reicht es nicht aus, einfach nur irgendetwas zu machen. So können Sie zum Beispiel vom Gewichtestemmen an Geräten keine große Wirkung auf die Polyneuropathie erwarten. Es ist wichtig mit Übungen zu arbeiten, die Ihr Gleichgewicht fordern, so dass Sie lernen, trotz der Polyneuropathie Ihren Körper zu kontrollieren. Wichtig ist dabei allerdings auch, Übungen zu wählen, die  für Sie maßgeschneidert sind und nicht zu schwer sind. Sie wollen ja schließlich nicht schon beim Balance Training Stürze oder Verletzungen riskieren. Deshalb ist es wichtig, mit einem System zu trainieren - und im Idealfall zuerst zu testen wie gut Ihr Gleichgewicht denn wirklich ist. Einen ganz einfachen Test dazu finden Sie zum Beispiel in meiner Broschüre "Sicher und souverän gehen, stehen, leben!".

Warum das Üben hilft

Auch wenn die Nerven in Ihren Füßen Schaden nehmen, können Sie immer noch Ihr Zentralnervensystem und das Gehirn trainieren. Die Nerven nehmen Signale in den Füßen auf und leiten sie ans Gehirn. Die eigentliche Arbeit, nämlich die Verarbeitung dieser Signale und die Reaktion darauf erfolgt allerdings im Rückenmark und im Gehirn. Das Erfolgsprinzip des Gleichgewichtstrainings bei Polyneuropathie heißt also: Sie lernen, aus weniger mehr zu machen.