Zahnfleischentzündungen verschlimmern Polyneuropathie

Entzündungen können Polyneuropathie auslösen und verschlimmern. Insbesondere, wenn dauerhaft Entzündungen bestehen. Wenn eine Entzündung über Monate oder Jahre nicht verschwindet, dann erhöht sie die Entzündungsneigung im gesamten Körper. Dadurch nehmen auch Nerven Schaden und die Polyneuropathie entsteht – auch dann, wenn die Entzündung an einem ganz anderen Ort ist.

Durch chronische Entzündungen entsteht mehr Polyneuropathie

Menschen mit höherer Entzündungsneigung erkranken deshalb häufiger an Polyneuropathie. Die Polyneuropathie wird bei ihnen außerdem schneller schlimmer und verursacht häufiger Schmerzen (Herder et al. 2017). Man sollte die Entzündungsneigung deshalb möglichst niedrig halten, indem man bestehende Entzündungen behandelt.

 

Menschen mit höherer Entzündungsneigung erkranken deshalb häufiger an Polyneuropathie. Die Polyneuropathie wird bei ihnen außerdem schneller schlimmer und verursacht häufiger Schmerzen (Herder et al. 2017). Man sollte die Entzündungsneigung deshalb möglichst niedrig halten, indem man bestehende Entzündungen behandelt.

Die häufigste Form von chronischen Entzündungen sind Zahnfleischentzündungen. Es gibt mehr Menschen mit Zahnfleischentzündungen als ohne! Laut einer großen Untersuchung bestehen bei unglaublichen 85% der Deutschen Zahnfleischentzündungen (Eickholz et al. 2025).

Entzündetes Zahnfleisch bewirkt einen bedeutenden Anstieg des Risikos für Polyneuropathie. Bei Diabetikern zum Beispiel ist die Gefahr, Polyneuropathie zu entwickeln 3-6 mal so groß, wenn zusätzlich zum Diabetes schwere Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) vorliegen (Nguyen et al. 2020). Man muss davon ausgehen, dass das für alle Arten der Polyneuropathie gilt. Übrigens steigt durch chronische Zahnfleischentzündungen auch das Risiko für Demenz und Parkinson.

Pflege des Zahnfleischs ist auch gut gegen Polyneuropathie

Wer Polyneuropathie hat, sollte sein Zahnfleisch also unbedingt gesund halten. Dazu sollten Zahnbeläge, insbesondere in den Zahnzwischenräumen, regelmäßig entfernt werden. Man sollte sich also unbedingt die Zähne gut putzen und dabei versuchen, die Zahnzwischenräume zu erreichen. Am besten sollte man zusätzlich die Zahnzwischenräume reinigen, indem man Zahnseide oder Interdentalbürsten verwendet. Auch das Reinigen der Zunge wird zur Prävention schwerer Zahnfleischentzündungen empfohlen.
Ich würde außerdem professionelle Zahnreinigungen empfehlen. Am besten sprechen Sie auch Ihren Zahnarzt darauf an, wie Sie Ihr Zahnfleisch gesund halten können.

Auch die richtige Ernährung kann helfen

Über die Pflege des Zahnfleischs hinaus kann man die Entzündungsneigung aber auch über die Ernährung reduzieren. Insbesondere sollte man auf hochverarbeitete Lebensmittel aus industrieller Produktion verzichten. Auch verarbeitetes Fleisch – also Wurst, Schinken oder Speck – sollte man meiden. Stattdessen sollte man sich hauptsächlich mit möglichst naturbelassenen Produkten und viel Gemüse ernähren. Außerdem sollte man viele entzündungshemmende Lebensmittel wie gesunde Öle (z.B. aus Oliven, Raps oder Lein) und pflanzliche Gewürze (z.B. Basilikum, Salbei oder Senf) zu sich nehmen. Eine solche Ernährungsweise reduziert Entzündungen im Zahnfleisch (Woelber et al. 2019). Sie verlangsamt aber auch unabhängig vom Zustand des Zahnfleischs den Fortschritt der Polyneuropathie.

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Anleitung zur Ernährung in meinen Büchern

Eine ausführliche Anleitung zur entzündungshemmenden Ernährung finden Sie in meinem Buch “Ernährung bei Polyneuropathie”. Darin erfahren Sie auch alles weitere über die richtige Ernährung bei Polyneuropathie, Hinweise zu einzelnen Formen der Polyneuropathie und zu Vitaminen und Mineralstoffen. Rezepte zur entzündungshemmenden Ernährung finden Sie in meinem Buch “Antientzündliche Ernährung – ein Kochbuch”.

 Anleitungen zur Selbsthilfe bei Polyneuropathie helfen finden Sie hier:
Selbsthilfe bei Polyneuropathie
Übungen bei Polyneuropathie
5 Dinge die gegen Polyneuropathie helfen

 

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