Wie man trotz Polyneuropathie wieder auf einem Bein stehen kann
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Immer wieder sehe ich Patienten, die es nicht mehr schaffen, auf einem Bein zu stehen, obwohl die Polyneuropathie eigentlich noch nicht so stark ausgeprägt ist. Sie müssten also noch auf einem Bein stehen können, es klappt aber nicht mehr. Sie haben dann auch große Probleme, sicher zu gehen und damit, sich wieder zu stabilisieren, wenn sie das Gleichgewicht einmal verlieren. Ich sehe besonders bei den älteren Patienten häufig denselben Fehler. Mit den beiden Übungen, die ich Ihnen hier vorstelle, können Sie Abhilfe schaffen.
Das Gewicht muss verlagert werden
Um auf einem Bein zu stehen, muss man das Körpergewicht verlagern. Wenn man auf zwei Beinen steht, tragen beide Beine das Körpergewicht; wenn man eines wegnehmen würde, würde man sofort umfallen. Der Körperschwerpunkt liegt mittig über beiden Beinen.
Der Körperschwerpunkt muss über das Standbein
Um ein Bein anzuheben, muss man erst das ganze Gewicht auf das Standbein verlagern. Der Körperschwerpunkt muss über dem Standbein liegen. Erst dann kann man das freie Bein anheben, ohne umzufallen.
Vielen gelingt das nicht mehr
Ich weiß, das klingt banal. Ich sehe allerdings bei sehr vielen Patienten, dass sie das Gewicht nicht mehr ausreichend verlagern. Die meisten verlagern das Gewicht nur teilweise auf das Standbein. Der Körperschwerpunkt gelangt nicht über das Standbein, sondern liegt auf der Seite des angehobenen Beins. Deshalb kippen sie nach wenigen Sekunden zur Seite. Ich vermute, dass das aufgrund einer Mischung aus verschlechtertem Körpergefühl und Angst passiert.
Mit Übung wird es besser
Die Gewichtsverlagerung kann man üben. Stellen Sie dazu zwei Stühle neben sich, sodass die Lehnen zu Ihnen zeigen. Die Stühle sind dazu da, sich im Notfall festzuhalten. Stehen Sie zunächst ganz normal. Beginnen wir mit dem Stehen auf dem rechten Bein. Lehnen Sie sich weit nach rechts.
Lehnen Sie sich so weit nach rechts, bis die Ferse des linken Fußes sich ein ganz kleines bisschen vom Boden abhebt. Das ist der entscheidende Punkt. Nun können Sie den linken Fuß vom Boden abheben. Versuchen Sie nun, auf einem Bein stehen zu bleiben. Wenn das gelingt, dann üben Sie es häufig.
Helfen Sie mit den Armen mit
Hat es noch nicht geklappt? Keine Sorge, wir haben noch Möglichkeiten. Strecken Sie Ihren rechten Arm zur rechten Seite aus. Dadurch fällt es leichter, das Körpergewicht auf das rechte Bein zu verlagern.
Ein Spiegel kann helfen
Wenn auch das nicht funktioniert, dann liegt es vielleicht daran, dass Sie nicht spüren, wie weit Ihr Körper zur Seite geneigt ist. Stellen Sie sich dann vor einen Spiegel. Lehnen Sie sich wieder zur Seite und beobachten Sie Ihre Bewegung. Achten Sie auf den Punkt, an dem die Ferse des linken Beins beginnt, sich nur durch die Gewichtsverlagerung minimal vom Boden zu lösen. Das ist der Punkt, an dem Sie es anheben können.
Wiederholen Sie denselben Ablauf auch links.
Dynamisches Üben für den Alltag
Wenn es gut klappt, dann machen Sie eine dynamische Übung daraus: Lehnen Sie sich zur einen Seite. Heben Sie ein Bein für 2–3 Sekunden an und lehnen Sie sich dann sofort zur anderen Seite und heben das andere Bein an. Wiederholen Sie das für maximal eine Minute, bevor Sie eine Pause machen. Wenn Ihnen das gelingt und Sie die Übung einige Male wiederholen, bemerken Sie vielleicht, dass auch das Gehen im Alltag etwas sicherer wird.
Weitere Übungen dazu finden Sie im Balance Set bei Polyneuropathie
Natürlich ist das nicht die einzige Übung für das sichere Gehen und Stehen. Im Balance Set bei Polyneuropathie finden Sie zahlreiche Übungen für die Gangsicherheit, das Gleichgewicht, die Kraft und Ausdauer, um die Polyneuropathie im Griff zu behalten.
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