Die Wahrheit über Schmerzen

Diese Woche hatte ich einen scheinbar typischen Kniepatienten. Mitte siebzig, leichtes Übergewicht, starke Knieschmerzen. Das Besondere: Aufgrund seiner seit Jahren bekannten Arthrose hatte er ein neues Kniegelenk bekommen. Denn wie jeder zu wissen glaubt: Arthrose macht Schmerzen und wenn man das “kaputte” Gelenk austauscht, muss auch der Schmerz weg sein. Allerdings: Auch zwei Jahre nach der Operation hat der Patient immer noch genau die gleichen Schmerzen wie davor. Die OP war so gesehen ein Fehlschlag.

Wie kann das sein? Ganz einfach: Der Schmerz kam nicht “aus dem Gelenk”, sondern “aus der Muskulatur”.

Dass ein Gelenk wehtut, heißt nämlich nicht immer und nicht unbedingt, dass die Schmerzursache auch im Gelenk sitzt. Auch ein Muskelkrampf kann unglaubliche Schmerzen verursachen, wie jeder weiß. Wenn statt des ganzen Muskels jedoch nur ein kleiner Teil des Muskels verkrampft ist, kann das Nervensystem häufig nicht zuordnen, woher der Schmerz kommt: Es meldet daher irrtümlich ein Problem an anderer Stelle (so z.B. im Gelenk).

Auf diese etwas seltsame aber sehr häufige Art entstehen Schmerzmuster, die sehr viele Patienten quälen. So kann zum Beispiel eine stecknadelkopf-große Verkrampfung etwas oberhalb des Knies Schmerzen verursachen, die an einen Meniskusschaden oder eine Arthrose denken lassen. Wenn man jedoch nicht den Meniskus operiert oder ein künstliches Gelenk einsetzt, sondern „nur“ die Verkrampfung des Muskels behandelt, verschwindet der Schmerz oft wie von Geisterhand. Übrigens oft unabhängig davon, ob am Gelenk selbst ein Schaden besteht oder nicht.

Genau das passierte auch bei meinem “typischen Kniepatienten”: Er konnte nach einer halben Stunde Behandlung zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder schmerzfrei gehen.

Das ist keine Wunderheilung, sondern eine Behandlungsmethode, die seit den 1940er Jahren bekannt ist. Sie ist noch dazu so einfach, dass fast jeder sie an sich selbst durchführen kann, wenn ein Therapeut ihm zeigt wie es geht. Das ist gut so und auch nötig: Denn die Schmerzen kommen oft wieder, wenn man die Behandlung nicht selbst wiederholt.

 

Wie es geht? Man muss die richtige Stelle im Muskel finden, diese auf eine besondere Art (die leicht zu erlernen ist) massieren und den Muskel anschließend dehnen. Das ist alles, nahezu risikolos und kostengünstig. Die einzige “Kunst” ist, die richtige Stelle zu finden. Eine so einfache und vor allem hilfreiche und schmerzlindernde Methode ist immer einen Versuch wert!


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