Schlapp ist gut!

Jede(n) zwickt’s doch irgendwo! Was ist es bei ihnen? Beim einen ist es das Knie, bei der anderen das Kreuz oder die Schulter, der dritte „hat Zucker“ oder Bluthochdruck oder zu hohe Cholesterinwerte. Und dann schlucken wir Pillchen oder gehen zum Physiotherapeuten. Und sowohl Arzt als auch Physiotherapeut und viele wohlmeinende Angehörige, Bekannte und die ganzen Medien predigen uns: „Es könnte dir sehr viel besser gehen, wenn du auch selber was gegen die Malaise tun würdest!“ Und was sagen wir?

Ich bin doch kein Supermann!

Wir sagen: „Weiß ich doch alles längst! Aber so schlapp wie ich bin, muss ich sicher fünf Marathons laufen, bis mein Blutdruck wieder normal ist!“ Oder wir sagen: „Ja, schon klar, dass von zweimal Physiotherapie die Woche mein Knie nicht wieder gut wird! Aber ich kann doch nicht jeden Tag eine Stunde Kniebeugen machen!“ Das ist interessant.

Es ist interessant, weil es so erstaunlich und schockierend weit daneben liegt. Wer in Bezug auf eine konkrete Schwäche „total schlapp“ ist, meint oft, dass er wegen dieser Schlappheit irre viel trainieren müsste, bis er wieder fit ist. Das ist verständlich, menschlich und ziemlicher Käse. Es ist genau anders herum.

 

Es ist genau umgekehrt

Es klingt seltsam, aber es ist so: Je schlapper Sie sind, desto besser. Das ist paradox? Und wie.

Nehmen wir an, Sie haben seit Jahren Bluthochdruck – wie praktisch jeder normale Mann ab 50. Man kommt ja kaum mehr aus einer Arztpraxis heraus, ohne dass einem der Arzt das um die Ohren haut. Was er auch noch sagt: „Sie müssten sich mehr bewegen!“ Da kann man ja nur lachen! Seit Jahren haben wir für sowas doch null Zeit, von wegen anspruchsvollem Beruf, Familie, Karriere, Hausbau und was sonst noch alles. Jeden Tag drei Runden im Park joggen? Schlicht keine Zeit.

Vor allem auch deshalb: „So schlapp wie ich bin – da breche ich doch nach den ersten fünf Kilometern bewusstlos zusammen. Und das ist ganz sicher dann auch nicht gesund!“ Also lassen wir es. Und begehen den typischen Irrtum.

Hier spricht das Gesetz!

Denn, wie gesagt, es ist genau anders herum: Sie müssen keine 5 km rennen und dann zusammenbrechen. Eben weil Sie so schlapp sind, reichen für eine überraschende und dramatisch hohe gesundheitliche Wirkung schon, sagen wir, einige hundert Meter. Locker gejoggt. Das schafft jeder und jede. Und selbst wenn Sie es nicht schaffen sollten: Auch zügiges Gehen reicht schon völlig aus für einen messbaren Effekt auf Ihre Gesundheit! Das müssen Sie mir nicht glauben.

Das können Sie selber nachprüfen. Mit einem handelsüblichen Blutdruckmessgerät. Nach einem Monat dieses „Bewegungstrainings für Schlappe“ werden Sie schon erstaunliche Effekte auf dem Gerät ablesen können. Wie gesagt: Das ist paradox.

Und weil es so schön paradox ist, hat es einen Namen. Es heißt: Law of Initial Value oder Gesetz des Anfangswertes. Locker formuliert: Je schlapper Sie in Bezug auf eine bestimmte Fähigkeit sind, desto schneller und mit desto weniger Aufwand erreichen Sie relativ hohe Verbesserungen. Und zwar sowohl auf die Leistung bezogen als auch auf die Gesundheitswirkung.

 

Eigentlich kennt das jeder

Wenn ein seit Jahren joggender Dauerläufer seine Hausrunde dauerhaft auch nur um fünf Minuten schneller laufen möchte, muss er wochenlang dafür trainieren. Und hart. Wenn aber eine völlig untrainierte Couch-Kartoffel sich endlich die Laufschuhe unterschnallt und in der ersten Woche nach jahrelanger Pause gerade mal einen halben Kilometer schafft, dann schafft er oder sie am Ende der Woche vielleicht sogar schon einen ganzen Kilometer!

Eine Leistungssteigerung um 100 Prozent? Die meisten Breiten- und Leistungssportler würden sich das nicht mal in ihren kühnsten Träumen auszumalen wagen. Weil sie nicht schlapp genug dafür sind! Wenn es einen Menschen gibt, der sich fast garantiert riesige Leistungssteigerungen holen kann, dann ist es der schlappe Mensch.

 

Erstaunliche Fortschritte

Wenn Sie es also, zum Beispiel, schon seit Jahren immer etwas im Kreuz haben und sich deshalb schon mächtig schonen beim Bücken, Heben und Tragen, dann müssen Sie keine Rückenschule dreimal die Woche eine Stunde absolvieren, um sich besser zu fühlen. Dann reicht schon eine einzige ernsthaft durchgeführte Übung täglich und Sie werden mächtige Fortschritte spüren. Dasselbe gilt natürlich für Beschwerden an Knie, Schulter, Nacken, am Herz, Kreislauf, bei Diabetes, Übergewicht … Die Liste ist schier endlos.

Der Initial Value ist kein exotisches Prinzip des Sports. Er ist ein allgemein gültiges biologisches Prinzip, das für sämtliche Organe und Organismen gilt. Wir kennen das eigentlich alle. Zum Beispiel aus der Schulzeit. In den ersten beiden Stunden Pauken sichern wir uns in der anstehenden Klausur eine Drei. Wenn wir jedoch eine Eins wollen, dann reichen zwei weitere Stunden nicht aus. Weil der Initial Value „hintenraus“ nicht mehr wirkt. Der Witz ist: Viele faule Schüler kennen das Prinzip nicht und investieren nicht einmal die beiden ersten Stunden, weil sie irrtümlich annehmen, dass sie „so viel Stoff nie reingepaukt bekommen“. Und der größere Witz ist: Trotzdem wird der Initial Value nicht an der Schule gelehrt.

 

Nutze den Initial Value!

Kurz und gut: Wenn Sie das nächste Mal denken oder Ihnen jemand sagt: „Du musst dringend was tun!“ und Sie automatisch denken: „Viel zu anstrengend!“, vergessen Sie den Gedanken. Es gibt einen besseren. Einen, der Ihnen richtig gut tut. Er lautet: Nutze den Initial Value!


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