Entzündungen verschlimmern Krebs - Behandeln Sie sie!
Entzündungen sind eine der Säulen des Krebs
Krebs benötigt für seine Entstehung und Entwicklung bestimmte Dinge. Ohne sie kann der Krebs sich nicht entwickeln. Ich nenne sie die Säulen des Krebs. Sie sind es, was der Krebs zu seiner Entwicklung und Verschlimmerung benötigt. Wir können allerdings Einfluss auf sie nehmen, und es dem Krebs dadurch schwerer machen.
Eine der wichtigsten Säulen des Krebs sind Entzündungen
Dauerhafte systemische Entzündlichkeit hilft dem Krebs
Insbesondere die sogenannte chronische systemische Entzündlichkeit ist für uns entscheidend. Das heißt, wie stark der gesamte Organismus zu Entzündungen neigt. Chronische systemische Entzündlichkeit ist etwas anderes als kurzzeitige lokale Entzündungen. Kurzzeitig lokale Entzündungen sind unverzichtbar für die Bekämpfung von Krankheitserregern und die Heilung von Verletzungen. Chronische systemische Entzündlichkeit ist allerdings ein Problem.
Wenn eine hohe chronische systemische Entzündlichkeit besteht, kommt es zu mehr oxidativem Stress, der die Entstehung von Krebs fördert. Außerdem fällt es dem Immunsystem im entzündlichen Milieu schwerer, entartete Zellen zu beseitigen. Dadurch hat der Krebs es leichter, sich zu entwickeln und gefährlich zu werden.
Krebs ist ein Brandstifter
Man kann Krebs mit einem Brandstifter vergleichen, der einen Waldbrand legen will. Wie gut ihm das gelingt, hängt davon ab, wie trocken der Wald ist. Eine hohe chronische Entzündlichkeit ist, als ob der Wald im Hochsommer ausgetrocknet ist. Niedrige chronische Entzündlichkeit ist, als ob der Wald feucht wäre und deshalb schlechter brennt. Es gibt aber Möglichkeiten, die chronische Entzündlichkeit zu reduzieren. Wir können es also regnen lassen.
Entzündungen erhöhen das Krebsrisiko
Wie ausgeprägt die chronische systemische Entzündlichkeit ist, lässt sich anhand von sogenannten Entzündungsmarkern im Blut messen. Japanische Wissenschaftler maßen Entzündungsmarker im Blut von mehr als 4.000 Probanden und beobachteten, wie viele Krebserkrankungen auftraten. In der Gruppe mit den höchsten Entzündungsmarkern war das Risiko für Krebserkrankungen 28 % höher als bei denen mit den niedrigsten Entzündungswerten (Suzuki et al. 2022). Eine hohe chronische systemische Entzündlichkeit ist also ein Faktor, der Krebserkrankungen wahrscheinlicher macht.

Entzündungen beschleunigen den Fortschritt des Krebs
Entzündungen sind aber nicht nur an der Entstehung von Krebs beteiligt, sondern auch an seinem Fortschritt und seiner Verschlimmerung.
Krebszellen wachsen nicht nur aufgrund von Vorgängen in den Zellen, sondern auch aufgrund davon, was in ihrer unmittelbaren Umgebung passiert. Die unmittelbare Umgebung von Krebszellen ist biochemisch anders als die Umgebung gesunder Zellen. Man nennt das das Tumormikromilieu. Die Krebszellen greifen selbst in den Stoffwechsel ein, um dieses Tumormikromilieu so zu formen, dass sie besser wachsen können. Dazu gehört, dass sie eine Entzündung verursachen.
Die Umgebung von Tumoren kann man also als eine Entzündung verstehen. (Ein ähnlicher Prozess läuft auch bei Krebsarten wie Leukämie oder Lymphomen ab, bei denen es keinen lokalisierbaren Tumor gibt). In diesem entzündlichen Milieu wachsen Krebszellen schneller und auch Blutgefäße, die die Krebszellen mit Nährstoffen versorgen, wachsen schneller. Außerdem verändern die Krebszellen ihre DNA im entzündlichen Milieu schneller, sodass sie gefährlicher werden und es fällt dem Immunsystem in dieser Umgebung schwerer, die Krebszellen zu beseitigen. All diese Vorgänge im entzündlichen Tumormikromilieu verschlimmern den Krebs. Auch die Bildung von Metastasen wird von Entzündungen gefördert. Denn wenn Krebszellen an einen neuen Ort gelangen, verursachen sie auch dort wieder eine Entzündung, um sich anzusiedeln. Entzündungen verschlimmern folglich alle Stadien der Krebsentstehung und -entwicklung (Greten & Grivennikov 2019).
Krebszellen verursachen also aktiv eine Entzündung, die ihnen hilft, gefährlicher zu werden. Wenn der Körper ohnehin zu Entzündungen neigt, fällt das den Krebszellen natürlich leichter. Eine hohe chronische systemische Entzündlichkeit fördert Krebs deshalb. Eine niedrige chronische systemische Entzündlichkeit macht dem Krebs das Leben hingegen schwer.
Erhöhte Entzündlichkeit macht den Krebs zudem gegen Medikamente unempfindlicher und verschlimmert deren Nebenwirkungen (Wen et al. 2022).
Hinzu kommt noch, dass auch gesunde Organe wie die Blutgefäße und das Herz von chronischen Entzündungen geschädigt werden und Herzinfarkte und Schlaganfälle wahrscheinlicher werden (Madaudo et al. 2024).
Bei niedrigen Entzündungswerten sind die Überlebenschancen besser
All das spiegelt sich auch darin wider, wie wahrscheinlich man eine Krebserkrankung überlebt. In einer Studie von Pierce und Kollegen wurde Brustkrebspatientinnen Blut abgenommen und darin Entzündungsmarker gemessen. Dann wurden die Patientinnen über 5 Jahre weiter beobachtet. Bei dem Drittel der Patientinnen mit den höchsten Entzündungsmarkern im Blut war die Sterblichkeit im Beobachtungszeitraum 2,3 Mal so hoch wie im Drittel mit den niedrigsten Entzündungsmarkern (Pierce et al. 2009). Das bedeutet, Betroffene mit den niedrigsten Entzündungsmarkern hatten mehr als doppelt so gute Chancen, die Erkrankung zu überleben!

Wie man die Entzündlichkeit reduziert
Nun wollen wir die chronische systemische Entzündlichkeit natürlich reduzieren, um es dem Krebs möglichst schwer zu machen. Das zu tun ist frappierend einfach.
Es gibt dazu drei Methoden, die jeder von uns selbst in der Hand hat: Bewegung, Ernährung und die Behandlung bereits bestehender Entzündungen. Am besten wenden Sie alle gleichzeitig an.
Körperliche Aktivität reduziert Entzündungen
Wenn man körperlich aktiv ist, dann schütten Muskeln Botenstoffe aus, sogenannte Myokine. Die Myokine können dabei helfen, die chronische systemische Entzündlichkeit zu reduzieren. Dadurch sinkt auch die Konzentration von Entzündungsmarkern im Blut. In sehr vielen wissenschaftlichen Studien wurde das bereits beobachtet. Bruunsgard (2005) berichtet zum Beispiel davon, dass die Konzentration von Entzündungsmarkern im Blut bei körperlich aktiven Menschen im Vergleich zu Inaktiven um 20–60 % reduziert ist.
Um das zu erreichen, ist kein Leistungssport nötig. Jede Form von Bewegung, bei der Ihr Puls und Ihre Atmung schneller werden, ist dazu hilfreich. Bereits mit schnellem Gehen kann man eine antientzündliche Wirkung auslösen. Es geht hier nicht darum, eine bestimmte Leistung im Vergleich mit anderen zu erzielen. Es geht darum, mit dem für Sie ganz individuell passenden Maß zu arbeiten. Genauso wichtig, wie sich anzustrengen, ist auch, sich nicht zu überlasten. Sehr wichtig dazu ist, sich regelmäßig zu bewegen, nicht zu selten, aber nicht zu häufig und nicht zu intensiv.
Wie einfach das jeder von uns im Alltag tun kann und wie groß die Effekte von körperlicher Bewegung auf die Überlebenschancen sind, erfahren Sie im Kurs “Deine Waffen gegen Krebs”.
Gezielt angepasste Ernährung reduziert Entzündungen
Die zweite Methode, um Entzündungen zu reduzieren, ist die Ernährung. Man kann Entzündungen durch die Ernährung fördern oder hemmen. Dazu muss man zunächst Dinge weglassen, die Entzündungen fördern.
Ein entscheidender Faktor dafür, ob ein Lebensmittel Entzündungen fördert, ist interessanterweise der Verarbeitungsgrad.
Verzichten Sie auf maschinell verarbeitete Lebensmittel
Maschinell verarbeitete Lebensmittel fördern in der Regel Entzündungen. Das heißt, man sollte bestenfalls nichts essen oder trinken, das aus einer Fabrik kommt. Insbesondere sogenannte hochverarbeitete Lebensmittel sollte man weglassen. Das sind zum Beispiel Tiefkühlpizza, feine Wurst, Cola, Chips und Hamburger bekannter Fast-Food-Ketten. Aber auch Fleischersatzprodukte wie vegane Wurst oder vegane Burger sind hochverarbeitete Lebensmittel und deshalb entzündungsfördernd.
Außerdem sollte man auf Sonnenblumenöl verzichten, weil es Entzündungen fördert. In sehr vielen industriell hergestellten Produkten findet sich aber Sonnenblumenöl. Wenn man zum Beispiel fertige Soßen, Pesto oder Brotaufstriche kauft, dann sollte man darauf achten, dass sie kein Sonnenblumenöl enthalten. Raps- oder Olivenöl hingegen sind entzündungshemmend und sollten bevorzugt werden.
Essen Sie wenig Fleisch
Fleisch sollte man nur selten essen, weil es ebenfalls entzündungsfördernd wirken kann. Dabei kommt es allerdings auf die Sorte an. Man sollte insbesondere auf verarbeitetes Fleisch in Form von Wurst, Schinken und Speck sowie auf Hackfleisch verzichten. Wenn man Fleisch isst, sollte es unverarbeitetes Fleisch wie Steak oder Schnitzel sein. Außerdem kommt es auf die Sorte an. Rotes Fleisch aus Schwein oder Rind ist stärker entzündungsfördernd als Geflügel. Wenn man häufig rotes Fleisch, also Rind und Schwein isst, dann kann das dem Krebs Vorschub leisten (Chen et al. 2024).
Die Grundlage der Ernährung sollte Gemüse sein
Um Entzündungen zu reduzieren, sollte die Grundlage der Ernährung Gemüse sein. Außerdem sollte man gezielt entzündungshemmende Lebensmittel zu sich nehmen. Das sind speziell gesunde Fette und Öle wie zum Beispiel Olivenöl, Rapsöl und Fischöl. Zusätzlich sind sehr viele pflanzliche Gewürze entzündungshemmend. Zum Beispiel Liebstöckel, Beifuß, Oregano, Chili, Basilikum und Senf. Dasselbe gilt für viele Teesorten. Besonders Kamillentee, Hagebuttentee und grüner Tee hemmen Entzündungen. Rezepte, um das im Alltag umzusetzen, finden Sie in Kapitel X. Außerdem sollte man Omega-3-Fettsäuren in Kapseln zu sich nehmen, diese wirken ebenfalls entzündungshemmend.
Entzündungshemmende Ernährung verbessert die Überlebenschancen
Nun wollen Sie sicher wissen, ob eine entzündungshemmende Ernährungsweise wirklich etwas bringt. Das heißt, ob diese Ernährungsweise tatsächlich die Überlebenschancen bei Krebs erhöht. Das wurde mehrfach wissenschaftlich untersucht. Wu et al. (2024) nutzten Daten aus Fragebögen, in denen erhoben wurde, wie sich Krebspatienten ernährten. Die Patienten wurden also gefragt, was sie aßen. Dann wurde analysiert, wie stark entzündungsfördernd oder entzündungshemmend die Ernährung war. Die Patienten wurden dann über mehr als 11 Jahre beobachtet. Bei dem Drittel der Patienten mit der am stärksten entzündungsfördernden Ernährung lag die Sterblichkeit um 31 % höher als bei dem Drittel mit der entzündungshemmendsten Ernährung.

Ähnliche Ergebnisse liegen aus zahlreichen weiteren Studien vor (Zahedi et al. 2020; Fowler & Akinyemiju 2017). Das heißt, dass unter den Betroffenen mit der am stärksten entzündungsfördernden Ernährung nur durch die Auswahl entzündungshemmender Lebensmittel einer von drei Todesfällen verhindert werden könnte. Dieser Effekt ist etwa gleich groß wie der der Antihormontherapie mit Tamoxifen bei Brustkrebs (Bradley et al. 2022). Was Sie essen, ist also genauso wirksam wie mit gigantischem Aufwand entwickelte Medikamente. Sehen Sie die entzündungshemmende Ernährung also als einen Teil der Behandlung, der genauso wichtig ist wie die richtigen Medikamente! (Das heißt aber natürlich nicht, dass Sie auf die Medikamente verzichten sollten!)
Die Ernährung bietet aber noch mehr Möglichkeiten, Entzündungen zu reduzieren und es dem Krebs dadurch schwerer zu machen.
Eine gesunde Darmflora reduziert Entzündungen
Ein gesunder Darm ist eine Voraussetzung für ein niedriges Niveau an chronischer systemischer Entzündlichkeit. Wenn der Darm in keinem guten Zustand ist, dann gelangen Stoffe durch die Darmschleimhaut ins Blut, die eigentlich im Darm verbleiben und ausgeschieden werden sollten. Wenn solche Stoffe im Blut sind, dann wirken sie entzündungsfördernd. Wir sollten also für einen gesunden Darm sorgen, insbesondere für eine gesunde Darmschleimhaut.
Das erreichen wir, indem wir gesundheitsförderliche Bakterien unterstützen, die in unserem Darm leben. Im Darm leben immer Bakterien, man nennt sie das Darmmikrobiom. Dabei handelt es sich um sehr unterschiedliche Bakterien, von denen manche sehr gesundheitsförderlich sein können. Es gibt Bakterien, die Fettsäuren produzieren, sogenannte short chain fatty acids, SCUFA. Diese Fettsäuren wirken entzündungshemmend, wenn sie vom Körper aufgenommen werden. Außerdem sind sie Nahrung für die Zellen unserer Darmschleimhaut. Dadurch wird die Darmschleimhaut gesünder und kann eher dafür sorgen, dass keine entzündungsfördernden Stoffe ins Blut gelangen. Man sollte solche Bakterien also fördern.
Bringen Sie gesunde Bakterien in den Darm und füttern Sie sie
Dazu sind zwei Schritte nötig:
1. Die Bakterien mit probiotischen Lebensmitteln in den Darm bringen
2. Die Bakterien mit Ballaststoffen füttern
Damit die gesundheitsförderlichen Bakterien in den Darm gelangen, sollte man probiotische Lebensmittel zu sich nehmen. Das sind insbesondere Joghurt und Kefir, unpasteurisiertes fermentiertes Gemüse wie zum Beispiel Sauerkraut und Kimchi oder eingelegtes Gemüse wie Essiggurken (ebenfalls unpasteurisiert) sowie manche fermentierten Käsesorten. Wichtig ist immer, dass die Lebensmittel unpasteurisiert sind. Bei Joghurt und Kefir ist das meist der Fall. Sauerkraut aus dem Supermarkt ist leider fast immer pasteurisiert. Durch das Pasteurisieren werden die guten Bakterien getötet und die erwünschte Wirkung bleibt aus. Man kann unpasteurisiertes Sauerkraut und Kimchi inzwischen online bestellen und sich gekühlt nach Hause liefern lassen. Soweit möglich sollte man viele verschiedene probiotische Lebensmittel essen, da eine möglichst große Vielfalt an Darmbakterien besonders gesundheitsfördernd ist. Außerdem sollte man sie mehrmals pro Woche essen. Der einzige Zeitpunkt, zu dem man darauf verzichten sollte, ist, falls man während einer Chemotherapie extrem niedrige Werte an Neutrophilen und Lymphozyten hat. Dann kann es sein, dass die Bakterien in den probiotischen Lebensmitteln den Körper überfordern. Zu allen andern Zeitpunkten ist es aber sinnvoll, viele probiotische Lebensmittel zu sich zu nehmen. Es gibt einige Studien, die davon berichten, dass Menschen, die mehr Probiotika zu sich nehmen, bedeutend bessere Überlebenschancen haben. Das gilt insbesondere bei Patienten, bei denen eine Immuntherapie angewandt wird (Zhao et al. 2025).
Wenn die gesunden Bakterien einmal in unserem Darm sind, dann müssen wir sie auch füttern. Das bewirkt einerseits, dass sie sich besser ansiedeln können, andererseits sorgt es dafür, dass sie mehr der gesunden Fettsäuren produzieren. Um sie zu füttern, sind insbesondere Ballaststoffe nötig. Ballaststoffe sind Pflanzenfasern, die von unserem Körper nicht unmittelbar verwendet werden können. Die Bakterien in unserem Darm können sie allerdings verwenden und nutzen sie als ihre Nahrungsquelle. Große Mengen Ballaststoffe zu essen ist mit vielen gesundheitsförderlichen Effekten verbunden.
Ballaststoffe reduzieren die Sterblichkeit
Auch die Überlebenschancen bei Krebs verbessern sich durch Ballaststoffe bedeutend. Die Sterblichkeit ist bei Menschen, die viele Ballaststoffe aufnehmen, um mindestens 20 % niedriger als bei denen, die wenige Ballaststoffe essen (Ramezani et al. 2023). Und das ist nicht nur bei Darmkrebs der Fall, sondern auch bei einigen anderen Krebsarten nachgewiesen, unter anderem Brustkrebs und Eierstockkrebs (Jayedi et al. 2020). Für diese Effekte muss man allerdings tatsächlich viele Ballaststoffe aufnehmen. Eine starke Wirkung scheint erst aufzutreten, wenn man mehr als 25 g pro Tag zu sich nimmt (Vieytes et al. 2019). Höhere Werte von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag wären allerdings besser.
Um das zu erreichen, sollte man viele Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen, Nüsse, Samen wie z.B. Leinsamen oder Chiasamen, Vollkornprodukte, Dörrobst und Gemüse essen. Insbesondere Ballaststoffe aus Getreide scheinen eine besonders starke Wirkung zu haben.
Allerdings muss man wirklich viel von diesen Nahrungsmitteln essen, um auf die nötige Menge zu kommen. Ich selbst verwende zusätzlich ein Ballaststoffpulver, da es sonst im Alltag schwierig ist, genügend Ballaststoffe zu sich zu nehmen.

Behandeln Sie bereits bestehende Entzündungen
Wenn im Körper Entzündungen bestehen, dann werden darin entzündungsfördernde Stoffe ausgeschüttet, die Entzündungen in anderen Körperteilen – auch in Tumoren – fördern. Um die Entzündlichkeit im gesamten Organismus zu reduzieren, sollte man also bereits bestehende Entzündungen reduzieren. Entzündungen bestehen häufiger als man denkt. Viele leiden zum Beispiel an chronischen Wunden. Diese sollten Sie sehr ernst nehmen und unbedingt fachmännisch behandeln lassen. Die mit Abstand häufigste Art der Entzündung, von der viele aber nicht wissen, sind Zahnfleischentzündungen.
Gute Zahnpflege reduziert Entzündungen im ganzen Körper!
Zahnfleischentzündungen sind eine extrem häufige Erscheinung, auch wenn man sie subjektiv oft nicht bemerkt. Es gibt mehr Menschen mit Zahnfleischentzündungen als Menschen ohne! In Deutschland bestehen laut einer großen Studie bei unfassbaren 85 % der Bevölkerung Zahnfleischentzündungen (Eickholz et al. 2025).
Das führt auch dazu, dass die Entzündlichkeit im gesamten Organismus zunimmt.
Eberhard et al. (2013) ließen ihre (freiwilligen) Probanden für drei Wochen ihre Zähne nicht mehr putzen. Die Folge war eine starke Zunahme von Zahnfleischentzündungen. Die Wissenschaftler maßen dann Entzündungswerte im Blut, die die Entzündlichkeit im gesamten Körper anzeigen. Diese waren nach den drei Wochen wesentlich erhöht. Sie ließen die Patienten dann wieder ihre Zähne putzen und maßen nach weiteren drei Wochen erneut die Entzündungswerte. Diese hatten sich dann wieder normalisiert.
Gute Zahnpflege reduziert also nicht nur Entzündungen im Mund, sondern im gesamten Körper!
Entzündungen im Mund machen Krebs gefährlicher
Es wird aber noch besser: Chronische Entzündungen im Mund sind direkt mit der Wahrscheinlichkeit verbunden, Krebs zu überleben. In einer amerikanischen Studie wurden mehr als 10.000 Probanden für fünf Jahre beobachtet und erfasst, wer an chronischen Entzündungen im Zahnfleisch (Parodontitis) und an Krebs litt. Bei den Betroffenen, die Krebs und Zahnfleischentzündungen hatten, war die Sterblichkeit wesentlich höher als bei denen, die Krebs, aber keine Zahnfleischentzündungen hatten. Die Sterblichkeit unterschied sich um unglaubliche 58 % (Pu et al. 2025). Natürlich kommt dieser große Unterschied auch dadurch zustande, dass die Menschen ohne Zahnfleischentzündungen von vornherein gesünder waren und einen gesünderen Lebensstil hatten. Ein gewisser ursächlicher Zusammenhang ist aber sehr wahrscheinlich.
Gute Zahnpflege ist also eine wichtige und einfache Möglichkeit, die Entzündlichkeit im Körper zu reduzieren und es dem Krebs schwerer zu machen. Ich würde außer gründlichem Zähneputzen und idealerweise der Verwendung von Zahnseide außerdem professionelle Zahnreinigungen empfehlen. Am besten sprechen Sie auch Ihren Zahnarzt darauf an, wie Sie Ihre Zähne gut pflegen können. Sollte ein Problem mit Ihren Zähnen bekannt sein, würde ich zusätzlich empfehlen, dieses nicht auf die lange Bank zu schieben, sondern möglichst zügig eine Behandlung durchführen lassen.
